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Chronik

Anfang und Werdegang der Musikkapelle Kelchsau

Die ersten schriftlichen Unterlagen über eine Musikkapelle in Kelchsau stammen aus dem Jahre 1880, wo wir erfahren, dass am Antlasstag dieses Jahres 8 Männer in graugrünen Uniformen zur Prozession als Musikanten unter ihrem Gründer und Kapellmeister Leonhard Fuchs das erstemal ausrückten. Das ist also die uns bekannte Geburtsstunde unserer Musikkapelle.

Wer war nun dieser Leonhard Fuchs. Sein Vater Josef Fuchs war Bauer zu Recha und seit 1820 auch Lehrer in Kelchsau. Die Kammer oberhalb der Küche seines Bauernhofes war die Schulstube. Vorher war die Schule ja zu Missling untergebracht Fuchs hatte mehrere Kinder, drei Söhne sind für uns von Bedeutung: Josef, der Älteste wurde später der Hoferbe. Anton, geboren am 08.06.1827, unterstützte als Hilfslehrer seinen Vater von 1845 bis 1858 beim "Schulhalten". In seiner Zeit wurde 1852 beim heutigen "Plattner" gegenüber der neuerrichteten Kirche ein eigenes Schulhaus für Kelchsau erbaut.

Der oben erwähnte Leonhard ist am 19. Mai 1822 zu Ebenthann am Penningberg geboren. Er war seit 1858 der erste "geprüfte" Lehrer in Kelchsau. Er wohnte natürlich im neuen Schulhaus und war, wie es damals üblich war, neben seinem Hauptberuf auch noch Organist und Mesner und – wie oben bereits erwähnt - Gründer und 1. Kapellmeister einer Musikkapelle in Kelchsau.

Als er am 30. 04. 1883 starb, folgte ihm als Lehrer, Mesner, Organist und Kapellmeister Jakob Naschberger. Er war also der 2. Kapellmeister in Kelchsau. Nach 3 Jahren (1886) wurde er versetzt und unsere Musikkapelle war "waisellos" ( Naschberger ,geboren am 8. Juli 1856 in Reith im Alpbachtal, starb am 16.07.1919 in seinem Heimatort).

Als Lehrerin und Mesnerin folgte ihm nun die Schulschwester Febronia Dürlinger. An der Orgel aber saß ab 1887 ein Sohn des Leonhard Fuchs, Josef Fuchs vulgo "Schul- lehrer Seppei" ( geb. 1865 ), der bis zu seinem Tod am 11.03.1941 durch 54 Jahre lang treu und gewissenhaft den Organistendienst versah. Wer folgte nun Naschberger als Kapellmeister? "Wo die Not am größten ist, ist Gottes Hilfe am nächsten."

Erst seit kurzer Zeit war Josef Anton Scharf, ein gebürtiger Lechtaler, als neuer Oberförster bei uns ins Forsthaus eingezogen. Er übernahm nun als 3. in der Reihe die Musikkapelle als Kapellmeister und brachte sie gewaltig in Schwung.Er hatte einen großen Gönner. Peter Fuchs von Neuheim rüstete die Kapelle nicht nur mit der ganzen Tamperie aus (große und kleine Trommel und Cinellen), er kaufte der Musik auch ein Flügelhorn und eine Trompete. 1911 bekam die Musik eine neue, braune Uniform.

Die Ausbildung der Jungmusikanten übernahm des Kapellmeisters musikalisches Töchterchen Adelinde. Unter den ersten von ihr Ausgebildeten war ihr späterer Mann, der Brantl-Jagg, der 1909 gemeinsam mit dem späteren Kapellmeister Thomas Hausberger zur Musik gestoßen war.Noch eine erwähnenswerte Tatsache. Bei Scharfs 25-jährigen Kapellmeisterjubiläum 1912 ist der  "Müllner-Sepp" als 12-Jähriger das erstemal mit der Musik ausgerückt. Scharf hatte aber auch einen sehr musikalischen Sohn, Josef  Scharf, den "Scharf Pepi", der bereits als 9-Jähriger bei der Kelchsauer Musik war. Ihm übergab der Vater bereits 1914 den Kapellmeisterstab. Aber erst nach dem 1. Weltkrieg konnte er so richtig arbeiten und machte als gedienter Standschütze seinem Namen alle Ehre, denn er führte ein "scharfes" Regiment.

Er legte auf das äußere Auftreten seiner Musik großen Wert. Draußen vor der Mühle über er Sonntag für Sonntag mit seinen Mannen das exakte Marschieren. 1922 eröffnete er in Wörgl seine Praxis als Tierarzt und Kelchsau hatte wieder keinen Kapellmeister.

Nun übernahm also 1922 der Wagner- und Schmiedemeister Thomas Hausberger die Kapelle. Der „Blitzenbichl-Thomal“ war ein Musterbeispiel an Fleiß und Idealismus. Durch seinen Beruf, den er meistens auf der Stör ausübte, hatte er oft weite Wege zur Probe, oft bis zu 2 Stunden, die er unverdrossen zurücklegte.Im Frühjahr 1926 starb er plötzlich an einer Bauchfellentzündung nach Blinddarmdurchbruch. Nun über nahm der "Müllner-Sepp" Josef Kirchmair vorübergehend die Kapelle.

Da er aber dringend als Musikant gebraucht wurde, bat man den damaligen Oberlehrer Josef Fleidl, die Kapellmeisterstelle zu übernehmen. Josef Fleidl war ein guter, sehr guter, aber wahrscheinlich zu strenger  Kapellmeister. Im Keller des unter seiner Ägide neu erbauten Schulhauses hatte er für einen Proberaum gesorgt. 1927 übernahm nun endgültig Josef Kirchmair, der "Müllner-Sepp" die Kapelle, die er die beinahe unvorstellbare Zeit von 4 Jahrzehnten führte.

Es ist wohl hier nicht Platz genug, seine Verdienste anzuführen. Unter seiner Stabführung erreichte die Kapelle einen bestmöglichen Höchststand, von dem die Wertungsberichte von Wertungsspielen ein breites Zeugnis liefern. Das geht aber auch aus der Tatsache hervor, dass der ehemalige Kapellmeister von Hopfgarten, Brixen und Itter, der spätere Militärkapellmeister Alfons Gastl, der langjährige, verdienstvolle Kapellmeister von Hopfgarten Johann Wurzenrainer, ebenso wie Kirchmairs direkter Nachfolger Hans  Feller aus seiner Kapelle hervorgegangen sind. Außerdem gehören 5 seiner Söhne durch Jahrzehnte zum "Stammpersonal" der Kapelle.

Während des 2. Weltkrieges musste teilweise gemeinsam mit den Hopfgartnern geprobt werden, um wenigstens eine spielfähige Kapelle in der Gemeinde zu haben. 1945 hatten die "Sieger" alle vorhandenen und erreichbaren Noten, Uniformen und Instrumente zerstört.

1948 kaufte die Kapelle eine provisorische Uniform von der Musikkapelle St. Margarethen. 1951 erfolgte dann die Weihe der heutigen schmucken "Nationaltracht." 1957 wurde die Kapelle umgestimmt und die neuen Instrumente eingeweiht. 1966 legte Kirchmair aus Altersgründen die Geschicke der Kapelle in die Hände des Musikkameraden Johann  Feller. Ein Vierteljahrhundert trug nun der "Schmied-Hansi" die Verantwortung für die musikalische Entwicklung der Kapelle.

Als versierter Musikant war er hiefür geradezu prädestiniert. Seit 1946 stellt er seine Begabung in den Dienst der Blasmusik. Von der Es-Trompete über Flügelhorn und Bariton führte der Weg zu seiner geliebten Klarinette. Bei der Tanzkapelle "Die Kelchsauer Dorfspatzen" war er auch Schlagzeuger, spielte Flügelhorn, Saxophon und Klarinette. Seit der Gründung (1950) ist er bei den "Adlern", dem Kelchsauer Männergesangsverein, unersetzlich, und der Kirchenchor schätzt ihn seit 1966 als äußerst verlässlichen Sänger.

Seine erfolgreiche Tätigkeit wird durch eine Reihe von 1. Rängen bei den Wertungsspielen 1968 in Jochberg ("Manuela"), 1972 in Itter ("St. Hubertus") 1973 in Kirchberg ("Sorella") dokumentiert. Auslandsfahrten und Konzerte in Frankreich (Neufchateau, Hagenau) und in Deutschland (Reichenbach, Andelsbuch, Rotschönegrund, Waldenbuch) gaben Zeugnis von ihrem Können. Bei der Generalversammlung der Bundesmusikkapelle Kelchsau im November 1989 wurde der junge Militärmusiker Josef  Astner sein Nachfolger.

1992 beschloss die Generalver-sammlung die Aufnahme weiblicher Mitglieder. Auch in seiner Zeit unternahmen die Musikanten zahlreiche Auslandsfahrten (Gaimersheim, Reichenbach, Dietenhausen), machten eine Radioaufnahme und nahmen 1996 an einem Bezirkswettbewerb mit sehr gutem Erfolg teil.

Er initiierte die beliebten Frühjahrs- und Muttertagskonzerte mit ihrem anspruchsvollen Programmen unter Mitwirkung des Männergesangsvereines  "Adler". 1994 wirkte die Kapelle bei der Fernsehsendung "Der Meisterkocher" beim Fuchswirt mit. Die verständlichen Schwierigkeiten, seinen Beruf und seine Tätigkeit als Kapellmeister unter einen Hut zu bringen, zwangen ihn leider, den Taktstock schließlich an seinen Nachfolger weiterzureichen.Die konsequente Arbeit unserer Kapellmeister machte es von jeher möglich, die Stelle eines Kapellmeisters mit Musikern aus den eigenen Reihen zu besetzen.

Ein gutes, erfreuliches Beispiel von bestens funktionierender "Nahversorgung." Seit der Generalversammlung am Cäciliensonntag 1997 hat Peter Waler das Kommando über die Musikanten und Musikantinnen in Kelchsau übernommen. Gleich nach der Volksschulzeit konnte ihn sein damaliger "Oberlehrer" in die Geheimnisse der Notenwelt einweihen und Kapellmeister Kirchmair machte vorerst aus ihm einen Es-Trompeter, bald wechselte er zum Flügelhorn und landete schließlich bei seiner großen Liebe, dem Tenorhorn.

Gerne spielte er bei den "Kelchsauer Dorfmusikanten", 15 Jahre gehörte er den "5 Tirolern" an und die Bläsergruppe, die oft festliche Gottesdienste und Feierlichkeiten mitgestaltet und umrahmt, möchte sicher nie auf den "Waler-Peda" verzichten. Unsere Kapelle nahm unter ihm 1998 an einem Festumzug anläßlich des Europäischen Tourismusforums in Mayrhofen und zum zweitenmal bei der Radiosendung mit "Musik ins Wochenende" anlässlich der "Käsiade" in Hopfgarten teil.

Im Herbst 2000 wurde die MK - Kelchsau nach Fontainebleau in Frankreich zu einem Gastspiel einer der bekanntesten Manager Schulen eingeladen. Bei der Generalversammlung am Cäciliensonntag löste Johann Feller jun. den scheidenden Obmann Josef Gastl juni ab. Im Mai 2002 stand eine 3-Tägige Ungarnreise mit einem gemeinsamen Konzert des MV Dorog auf dem Programm. Die Musikkapelle Kelchsau umrahmte im Juli  die Orgelweihe, der Kelchsauer Pfarre, welche komplett restauriert wurde. Am 15.08.2003 wirkte die MK Kelchsau beim ORF Wandertag auf der "Höhenbrandalm" musikalisch tatkräftig mit. Im Herbst stand noch ein Auslandsengagement nach „Weilmünster“ (Deutschland) auf dem Terminkalender.

Am 12.06.2004 wurde mit den Abrissarbeiten des alten Schwimmbades begonnen, welche zugleich der Baubeginn des neuen Probelokales waren. Beim Bezirksmusikfest in Hopfgarten nahm die Musikkapelle Kelchsau an der Marschbewertung teil. Bei der Generalversammlung 2004 wurde Hermann Kirchmair sen. zum Ehrenmitglied der MK Kelchsau ernannt.

Am 13.04.2005 hatten wir die lang ersehnte 1. Musikprobe im neuen Probelokal, anschließend verwöhnten uns die Musikantenfrauen mit einer kräftigen Jause.

 Bei der Generalversammlung im Herbst 2008 übernahm Herr Kaspar Astner das Amt des Obmannes anstelle von Herrn Feller Johann jun.

Seit Jänner 2012 steht die Musikkapelle auch musikalisch unter neuer Leitung. Stefan Feller übernahm diese anspruchsvolle Aufgabe. Wir danken Herrn. Peter Waler sen. herzlich für seine langjährige Tätigkeit als Kapellmeister!

Seit Februar 2015 hat Astner Josef den Taktstock übernommen, nachdem der Kapellmeister Feller Stefan verstoben ist.

Bei der Generalversammlung im Herbst 2016 übernahm Peter Waler sen. erneut das Amt des Kapellmeisters.

 
 

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